Hoch hinaus in Ecuador

Entschleunigen in Otavalo. Otavalo ist eine kleine Stadt auf 2'500 Meter über Meer und beheimatet zum Grossteil indigene Kichwas. Das führt dazu, dass es in den Strassen und auf dem Markt immer ziemlich bunt zu und her geht. Viele Frauen tragen traditionelle Kleider, die meisten Männer haben die langen schwarzen Haare zu Zöpfen geflochten und der Markt ist riesig.

Die Stadt war unser erster Ausgangspunkt für Wanderungen und eine gute Akklimatisierung an die Höhe. Unser erster Ausflug ging zur Laguna Cuicocha, was so viel wie Meerschweinchensee heisst. Dies kommt von den kleinen Inseln, die wie Meerschweinrücken im Wasser aussehen.

Der See selbst hat keinen Abfluss und liegt in der Caldera eines alten Vulkans. Das Wasser ist stark basisch und beherbergt deshalb kaum Leben. Am höchsten Punkt waren wir auf etwa 3520 Meter über Meer.

Es trieb uns immer noch höher hinauf. Das nächste Ziel, der Fuya Fuya liegt auf etwa 4260 Meter über Meer. Dieser Vulkan ist beinahe nicht als solcher zu erkennen. Er liegt gleich neben der Mojanda Lagune, welche sich ebenfalls in einer Caldera befindet. Wir waren überrascht, wie üppig der Gipfel bewachsen ist. Nach etwa hundert Versuchen gelang es mir, endlich einen Kolibri zu fotografieren, der nicht künstlich gefüttert und angelockt wird!

Von Otavalo aus fuhren wir über den Äquator nach Quito. Vielleicht ist euch die Ähnlichkeit schon mal aufgefallen, aber mir fiel es erst hier wie Schuppen von den Augen. Ecuador ist nach dem Äquator benannt, weil es auf der Äquatorlinie liegt. Kaum in Quito angekommen, entflohen wir der Stadt schon wieder. Mit Grossstädten können wir einfach nichts anfangen. Sie ist auf 2850 Meter über Meer und somit die höchste Hauptstadt der Welt. Gleich am Stadtrand erhebt sich der mächtige 4690 Meter hohe Rucu Pichincha (alter Pichincha). Mit dem TelefériQo Bähnchen fährt man zu einem Aussichtspunkt auf 4100 Meter. Die meisten Leute geniessen den Ausblick über Quito von hier. Wir erklommen natürlich den Gipfel. Es war steil und kalt aber es hatte sich eindeutig gelohnt!

Obwohl die Landschaft auf Distanz immer sehr karg und einfarbig wirkt, haben wir auf diesen drei Wanderungen unzählige bunte Blumen gesehen.

Unsere Reise führte uns weiter südlich nach Latacunga. Keine schöne Stadt aber der Ausgangspunkt für den unter Backpackern berühmte Quilotoa-Loop. Den grössten Teil des Loops fährt man jedoch mit dem Bus. Die Wanderung wäre eher die Quilotoa-Traverse. Trotzdem ist es eine sehr schöne dreitägige Wanderung. Sie führt von Sigchos auf 2860 m.ü.M. über Isinlivi und Chugchilan zum Kraterrand der Quilotoa Lagune auf 3860 m.ü.M.. Dabei wechselt man immer wieder die Talseite und wandert von den höher gelegenen Dörfern hinab zum Rio Toachi und wieder hinauf zum nächsten Dorf.

Es ist sehr spannend, dass wir hier in den Anden kein einziges Holzhaus sehen. Alle alten Gebäude bestehen aus Lehmziegeln. Wir wissen nicht, ob es vielleicht früher keine grossen Bäume in den Andenwäldern gab? Reist man jedoch heute durch diese Region, wachsen überall Wälder. Diese bestehen aber ausschliesslich aus Eucalyptus (aus Australien) oder Fichten (aus Kanada).

Drei Kuriositäten auf dem Weg: Wir sahen in Chugchilan einen, für Ecuador eher unüblichen, sehr chaotischen Friedhof. Hier scheint jeder nach Lust und Laune Gräber zu buddeln.

In einer Unterkunft hatten wir einen Holzofen und nach drei gescheiterten Versuchen das Holz zum brennen zu bringen, zeigten uns die Angestellten wie man das hier oben macht.

Sie verwenden hier wohl öfters übrige Strassenschilder für Wanderwege. So wechselt die Distanzangabe zum Ziel auch immer mal wieder von drei Kilometer auf fünf und wieder zurück auf vier.

Fortsetzung folgt nach einer kurzen Werbeunterbrechung...

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