Pura Vida Costa Rica

Pura Vida ist das Hakuna Matata von Costa Rica. Man hört es überall. Wenn sich zwei Boote kreuzen ruft mindestens einer der beiden: «Pura vida!» und im Restaurant kommt auf ein «Gracias» eigentlich immer ein «Pura vida» zurück. Es scheint als Begrüssung, als Verabschiedung, als Dankeschön oder auch so zwischendurch angebracht zu sein. Es ist sozusagen auch gleich ein Lebensmotto.


Mittlerweile sind wir jetzt ziemlich genau zwei Wochen unterwegs und befinden uns nun in der Halbzeitpause unserer Costa Rica Reise. Bis jetzt hat sich unser Weg von San José aus vor allem auf die karibische Küste konzentriert. Vom südlichen Manzanillo am Ende der Strasse bis in den Norden nach Tortuguero, wo es schon gar keine Strassen mehr gibt.


Kaum angekommen, sind wir schon wieder so richtig im Reise-Feeling.

Mit dem Bus von San José nach Puerto Viejo und dort hielt der Bus an der Strandpromenade. End Station. Gegenüber der unmarkierten Haltestelle ist zum Glück gleich der Billett-Schalter für den Bus nach Manzanillo. Hinter dem Fenster sass ein Mann der unbeirrt am telefonieren war, obwohl wir neben ein paar Einheimischen auf ein Billett hofften. Nach einiger Zeit erklärte er uns allen freundlich, dass er noch 30 Minuten Mittagspause habe. Bei unserer Rückkehr war dann eine Frau am Schalter. Sie verkaufte uns das Billett und nach ein paar weiteren Minuten kam der Bus nach Manzanillo.


Im Dorf am Ende der Strasse angekommen, mussten wir feststellen, dass hier nicht viel los ist. Weil die Woche zuvor Semana Santa (Heilige Woche – Osterferien) war, haben die meisten Hostels und Restaurants jetzt frei. So war pro Abend maximal ein Resti offen und wir durften jeweils rätselratend einmal ums Dorf spazieren, um es zu finden. Das Essen hier ist jedoch phänomenal. Egal in welches Soda (kleines Resti) wir gingen, war es super fein.


Gleich anschliessend ans Ende der Strasse führt eine Hängebrücke über ein kleines Bächlein direkt in den Refugio Nacional Gandoca-Manzanillo. Was für ein Traum! Mal spaziert man im dichten Regenwald, mal am Traumstrand entlang und mal durch Palmenhaine. Es ist alles grün, voller bunter Blumen und für das scharfe Auge voller Tiere. Da fliegen Tukane, klettern Brüllaffen und krabbeln Einsiedlerkrebse ohne Ende.


In die andere Richtung nach Punta Uva kann man ewig dem Strand entlang laufen. Da trifft man neben Tieren auch auf Altmetall. Anstatt zu entsorgen oder verstecken, preist man hier gestrandete Wracks als Sehenswürdigkeit an. Und aussehen tut’s ja schon ziemlich gut.


Wir sahen einige schräge Vögel, unteranderem viele Pelikane, die hier fischen und in Gruppen dem Strand entlang segeln und den grossen Soldatenara, eine grüne Papageienart.


Auf das was ihr aber vielleicht schon gespannt wartet sind die Faultiere oder? Weil die waren eigentlich unser Hauptziel während unseres Costa Rica Aufenthalts. Und wisst ihr was? Schon am dritten Tag durften wir gleich beide Arten von Faultieren beobachten! Was für ein Glück. Direkt am Strand hingen oder besser fläzten sie auf den Bäumen. Das Zweifingerfaultier sahen wir beim sünnälä und das Dreifingerfaultier beim Positionswechsel. Hier in Costa Rica munkelt man, dass es auch Fünffingerfaultiere gibt. Das Faultier mit dem Baby auf dem Bauch fanden wir in Cahuita und das Fressende auf dem Weg nach Tortuguero.


Ihr kennt bestimmt das Gefühl: Ihr steht im Zoo vor einem kleinen Terrarium und die Tafel behauptet, da soll eine Echse drin sein. Cahuita ist wie ein Zoo ohne Gehege und ohne Beschriftung. Man wandert dem Pfad durch das Grün entlang und weiss, auf dieser Halbinsel muss es hunderte von Tieren geben. Aber wo? Potenziell ist jeder Baum die Heimat eines Affen, einer Echse (Helmbasilisk) oder einem Tier, dass wir nicht mal erwarteten (Nasenbär). Zum Glück machen Brüllaffen einen riesen Lärm, die kann man gar nicht übersehen. Viele Tiere findet man einfach durch langsames gehen, still sein, immer aufmerksam umherschauen und manchmal auch da, wo man von Anderen einen Hinweis bekommt (Alligator).

Und die Weissschulterkapuzierenäffchen sind so frech, das glaubt man gar nicht. Wir hatten mit entsetzen festgestellt, dass eine Banane im Rucksack aufgeplatzt ist und wollten schauen, wie schlimm die Sauerei ist. Kaum hatte ich einen kleinen Pack Guetsli auf die Bank neben Carmen gelegt, da schnellt ein schwarzer Arm unter dem Tisch hervor und *zack* war der Pack weg. Gleich auf der Palme neben an, machte er es sich gemütlich, riss die Packung auf und ass unseren Snack. Da denkt man immer, welche dummen Touris lassen sich von Tieren bestehlen. Ups.


Der Weg führt auch immer wieder an schönsten Stränden vorbei und über einen langen Steg durch ein Sumpfgebiet.


Mit dem Bus fuhren wir weiter nach Limón und bevor wir dort zum anderen Busbahnhof laufen konnten, sprach uns ein Fahrer an, ob wir mit seinem Shuttlebus nach Moin zum Bootsanleger mitkommen wollen. Natürlich nur, wenn wir mit seinem Boot fahren. Wir sagten ihm, dass wir schon eine Reservation bei einem Boot haben, aber nicht wissen, ob wir vom gleichen sprechen. Er wollte uns trotzdem mitnehmen und so warteten wir ein paar Minuten auf seine restliche Gruppe und fuhren nach Moin. Dieser Ort ist eigentlich nur ein riesiges Industrieareal mit Frachthafen. Dort stritten sich die beiden Bootskapitäne, bei wem wir nun mitfahren sollen und wer unser Geld bekommt. Die Gruppe ging zum Steg links und wir zum reservierten Boot am Steg rechts. Nach dem wir alle etwa eine halbe Stunde gewartet haben, meldete unser Kapitän, dass er nur mit uns zu wenig Passagiere habe und wir doch mit der Konkurrenz fahren sollen. Kaum den Steg gewechselt, ging es auch schon los. Wir kurvten mit einem schmalen kleinen Boot zwei Stunden durch Flüsse, Lagunen und die beeindruckenden Kanäle. Die Fahrt verläuft von Moin bis Tortuguero parallel zum Strand durch Kanäle die für die frühere Holzindustrie gegraben wurden. Man fährt also die gesamte Strecke nie im Meer. Wenn man Glück hat und zur richtigen Zeit hier ist, könnte man auch Delfine, Seekühe und vier unterschiedliche Meeresschildkröten sehen. In diesem herrlichen Idyll verbrachten wir ein paar Tage, machten eine Kanufahrt und schlenderten einige Male dem schönen Meer entlang.


Natürlich konnten wir auch an diesem Ort viele wilde Tiere entdecken und beobachten. Vor allem Ornithologen kommen hier auf ihre kosten. Wir sahen verschiedenste Vögel beim nisten, brüten, fliegen, baden und was Vögel sonst noch so machen.


Neben den Gefiederten entdeckte unser Guide und wir auch noch einige Geschuppte. Einen bestimmt 1 bis 2 Meter langen Leguan, einen nicht viel grösseren Kaiman, eine gestreifte Echse und eine ganz kleine rote, die sich gerade häutete.


Das geschulte Auge unseres Guides im Kanu, erblickte sogar winzig kleine Fledermäuse an einem Baumstamm. Und als wir später durch den Dschungel spazierten, entdeckten wir noch die dritte Affenart hier an der Küste, einen Klammeraffen. Zumindest haben wir das Gefühl, dass es so ist. Leider hatten wir bisher nur auf der Kanufahrt einen fachkundigen Guide dabei. Überall sonst musste Wikipedia helfen.


In Tortuguero erwischte uns dann prompt die Regenfront. Von allen gewarnt und trotzdem gekonnt ignoriert. Nass verkrochen wir uns in unser Zimmer und planten die Weiterreise nach El Castillo zum Vulkan Arenal. Aus dem Regen in den Sonnenschein ging es mit dem Boot, Taxi und Bus zum Zwischenstop in San José. Am Morgen vom Sonnenschein wieder zurück in den Regen mit Bus und Taxi. Juhee! In El Castillo erfuhren wir, dass es hier sowieso keine Trockenzeit gibt. Das Wetter ist hier nämlich «loco» und jeder Tag könnte Sonne und Regen bringen. Einen Wetterbericht gäbe es hier anscheinend keinen. Immerhin gibt es ein paar hübsche Vögel und Bäche zu erkunden. Einige davon führen heisses Wasser.


Vom Vulkan Arenal sehen wir bisher nur den Fuss und stellen uns den Rest vor. Mal schauen was die nächsten Tage so bereithalten.

Wir sind also so gespannt auf den zweiten Teil Costa Rica wie ihr!


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